Die richtige Haltung von Kaninchen

Kaninchen sind friedliche kleine Hoppler, die leider oft falsch gehalten werden. Nur, wer bei der Haltung und Pflege alles richtig macht, der kann erleben, welche Energie in den Langohren steckt.

Entgegen der landläufigen Meinung sind Kaninchen intelligente, aufgeweckte Tiere, die mehr können als Heu kauen und an Karotten nagen. Apropos "Nagen": Auch wenn es immer wieder zu lesen ist: Kaninchen gehören zoologisch nicht zu den Nagetieren, sondern gemeinsam mit ihren nahen Verwandten, den Hasen zu den Hasenartigen.

Der Unterschied zwischen Hasen und Kaninchen

Doch auch wenn Hase und Kaninchen der selben zoologischen Familie angehören, so sind es doch verschiedene Arten. Bei genauerer Betrachtung des Körperbaus und der Lebensweise lässt sich das erkennen: Während Hasen lange Vorder- und Hinterläufe, einen langen Schwanz (die sogenannte "Blume") und Ohren haben, die immer länger als der Kopf sind, haben Kaninchen einen gedrungenen Körperbau, Ohren, die kürzer als der Kopf sind sowie einen kurzen Stummelschwanz und eher kurze Läufe. Auch die Lebensweise der beiden Arten ist unterschiedlich: Hasen sind Einzelgänger, die sich zum Ruhen flache Erdkuhlen (sogenannte Sassen) scharren und sich bei Gefahr dort hineinkauern, um dann für den Feind überraschend davonzupreschen.

Kaninchen niemals alleine halten

Kaninchen leben in unterirdischen Bauten, in die sie bei Gefahr flüchten. Und sie leben immer in großen Gruppen, was auch der Grund dafür ist, dass sie sich, anders als Hasen, vom Menschen zähmen lassen. Wegen ihres Gruppenlebens sollte man Kaninchen niemals alleine halten. Am besten eignen sich Geschwister zum Zusammenleben. Möchte man erwachsene Tiere zusammenbringen, gelingt das in der Regel nur mit einem männlichen und einem weiblichen Tier. Aber Achtung: Auch Geschwister verpaaren sich, weswegen bei jeder Männchen-Weibchen-Kombination eines der Tiere kastriert sein sollte. Niemals sollte man zwei Männchen oder zwei Weibchen zusammensetzen, den meistens bekämpfen sich einander fremde, gleichgeschlechtliche Tiere.

Ein langes, glückliches Kaninchenleben

Kaninchen können bei guter Pflege über 10 Jahre alt werden. Stellen Sie sich einmal vor, Sie müssten 10 Jahre lang in einem kleinen Käfig sitzen. Deswegen ist das Halten in der Wohnung nicht optimal. Besser ist es, dem Tier, das mit einem winddichten Unterschlupf und einer dicken Strohschicht als Einstreu auch in kalten Wintern draußen leben kann, im Garten einen Käfig zu bauen und es bei gutem Wetter ab und zu in einem Gehege laufen zu lassen. Wer einmal gesehen hat, welch drollige Freudensprünge die Tiere dann machen, der wird ihnen diesen Spaß regelmäßig gönnen wollen. Noch etwas brauchen Kaninchen zum Wohlbefinden: Damit sich ihre unentwegt wachsenden Zähne und Krallen genügend abnutzen, brauchen sie immer viel Heu zum Knabbern und Erdboden zum Graben. Auch hier kann der wahre Kaninchenfreund wahre Wunderwerke beobachten: An nur einem Nachmittag kann da schon einmal ein beachtlich großer Eingang zu einem Fluchttunnel entstehen...

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