Der Hund – Vom Schutzhund und Jagdhund zu unserem treuen Freund und Begleiter

Gemeinsam mit der Katze zählt der Hund zu unseren beliebtesten Haustieren. Wobei sich Katzenbesitzer und Hundehalter nicht immer ganz grün sind. Zwar gibt es viele Tiermenschen, die durchaus beides haben, aber es gibt auch Menschen, die sind derart auf den Hund gekommen, dass sie sich niemals als Dosenöffner einer Katze sehen würden (und umgekehrt).

Für viele Hundehalter ist dabei der Hund längst nicht mehr alleine nützlich, gesucht wird ein treuer Freund und Weggefährte. Gesucht wird nicht nur ein Begleiter, sondern häufig auch Freundschaft und Treue. Und so ist für viele Hundehalter ein Hund eine Bereicherung ihres Lebens, stirbt dieser, wird Trauer empfunden wie bei einem anderen Familienmitglied.

Wenn Hunde auch sehr beliebt und verbreitet sind, so ist ihre Haltung, insbesondere wenn sie dann auch noch artgerecht sein soll, nicht immer ganz einfach.

Und leider kommt es, trotz dem fast unerschöpflichen Potential des Internets zu informieren heute immer noch vor, dass Menschen sich für einen Hund entscheiden, obwohl sie eigentlich gar keinen Platz für ihn haben und vor allem, viel schlimmer, keine Zeit. Oder es wird ein Hund geholt, der gar nicht zu einem passt und dann werden beide unglücklich: Hundehalter und Hund. Überspitzt ausgedrückt passt ein eher unsportlicher Mops kaum zu einer Sportskanone vom Mensch und wer gesellig ist und sehr viel Besuch hat, sollte besser nicht unbedingt einen Hütehund ins Haus holen, der dann alle verbellt.

Bevor man sich also für einen Hund entscheidet, müssen wichtige Entscheidungen getroffen werden, denn schließlich liegt die Lebenserwartung der meisten Hunde inzwischen bei guter Ernährung und tierärztlicher Betreuung bei über zehn Jahren (einige große Rassen wie Dogge oder Bordeauxdogge leider ausgenommen).

Erziehung und Haltung eines Hundes

Mit der Anschaffung eines Hundes holt man sich erstmal nicht nur Freude und einen Freund ins Haus, sondern, vor allem bei einem Welpen, auch viel Arbeit. Denn so ein Hund muss erst einmal erzogen werden, fast wie ein Kind. Und je nachdem welche Rasse der Hund angehört, kann es auch sein, dass er mehr oder weniger beschäftigt werden möchte. Es gibt Hunderassen, den reicht als Beschäftigung dabei eine oder mehrere ausgedehnte Runden um den Block durchaus aus. Es gibt aber auch echte Arbeitstiere unter den Hunden, die nicht nur körperlich, sondern auch geistig beschäftigt werden wollen. Und die, wenn sie nur auf der Couch und im Garten gehalten werden, nicht wirklich glücklich werden. Manche neigen dann auch zu unerwünschten Verhalten, wie es so schön ausgedrückt wird. Man kann es auch beim Namen nennen: In nicht artgerechter Haltung, fängt ein Hund, der ursprünglich vielleicht dazu gezüchtet wurde, als Herdenschutzhund in einsamen Bergen auf mehrere Dutzend Schafe aufzupassen und auch mal einen Bären in die Flucht zu schlagen, an sich zu langweilen. Und dann sucht er sich eben selbst Beschäftigung. Klar sehen Beagle toll aus und haben Australian Shepherd Hunde ein tolles Fell. Wer sich aber nicht mit ihrer Zuchtgeschichte beschäftigt, kann sein blaues Wunder erleben.

Aber auch Hunderassen, die nicht so viel Auslastung benötigen, sollten erzogen werden. Und so gibt es Hunderassen, die sind für Anfänger besser geeignet, da ihre Erziehung einfach leichter fällt, da Fehler auch mal verziehen werden, bzw. leichter wieder korrigiert werden können, und eben Hunderassen, bei denen man sich besser möglichst selten einen Fehler erlauben sollte.

Wenn die Hundeerziehung jedoch fehlt oder falsch ausgeführt wird, dann können Probleme und ungewolltes Verhalten auftreten. Unerfahrene Hundehalter schieben diese Verhaltensauffälligkeiten gerne gänzlich auf ihre Hunde und deren vermeintliche Unerziehbarkeit. Oder wie sagt man so schön:

Ziemlich oft liegt das Problem am anderen Ende der Leine und nicht da wo der Hund ist.

Mit der Anschaffung und Erziehung ist es noch nicht getan. Auch braucht ein Hund so einiges an Ausstattung: Decke, zwei Fressnäpfe, mindestens ein Halsband (bis ein Welpen groß ist können es auch mehrere gewesen sein), mindestens eine Leine, jede Menge Hundefutter (für Welpen besser Welpenfutter), Leckerlis, oftmals Spielzeug und Kauartikel (sonst leiden Frauchens oder Herrchens Schuhe gerne auch einmal). Dazu kommt ein vertrauensvoller Tierarzt und auch wenn man als Hundehalter nicht Multimillionär sein muss, man sollte mit der Anschaffung des Welpen nicht den letzten Euro vom Sparkonto geholt haben, denn erstmal stehen wichtige Impfungen an und so ein Hund wird auch mal krank. Oder braucht sonstige tierärztliche Betreuung.

Der Vierbeiner kostet nicht nur Zeit. Ein Hund kann ganz schön ins Geld gehen.  Dies sollte man vorab immer bedenken!

Übrigens kostet der Hund nicht nur die Zeit, die wir mit ihm verbringen, sondern noch weitere Zeit: Mehr zu putzen ist immer, auch wenn man Hundehaare gerne mal als Spezial-Glitter bezeichnen kann 🙂

Die Qual der Wahl – Hunderassen

Wer sich eine Katze ins Haus holen möchte, hat es irgendwie leichter. Neben der gemeinen Hauskatze gibt es nur um die 40 anerkannte Katzenrassen. Bei den Hunden hat man die Qual der Wahl unter weit über 200 Hunderassen. Wobei da auch einige echte Exoten drunter sind.

Meist hat man ja schon eine Tendenz. Ich mag  am liebsten mindestens mittelgroße Hunde, bin aber so vernünftig, daran zu denken, das so ein Hund auch mal ins Auto muss. Womit Doggen oder Irischer Wolfshund schon mal raus sind. Außerdem bin ich nicht so konsequent, daher brauch  ich eine Rasse, die sich rechtleicht erziehen lässt. Ich mag daher Labrador Retriever sehr gerne, liebäugel aber auch mit Weimaraner (ok, nicht wirklich passend wegen der Erziehung) und bin ganz verliebt in die eine oder andere kanarische Hunderasse. Und bleibe besser beim Labrador 🙂

Natürlich gibt es dazu, wie bei den Katzen auch, jede Menge ganz normale Haushunde in Groß, Klein, Langhaarig, Kurzhaarig etc., nämlich Mischlinge, Tiere in Not und tierheimhunde (auch bei der zweiten Kategorie mit vielen Rassehunden). Man hat als potentieller Hundebesitzer eben die Wahl.

Was kostet eigentlich ein Hund?

Neben den Kosten für die Anschaffung eines Hundes muss man noch Geld für die Grundausstattung kalkulieren. Einiges wird zu klein, anderes nutzt sich ab, das eine oder andere wird auch zerstört. Man muss also auch immer wieder Geld für Neues ausgeben. Dazu kommt das Fresssen, die Leckerlis und ganz wichtig, Geld für Impfungen und Tierarztbesuche.

Einige Kosten hängen ganz stark von der Rasse ab (Anschaffung), andere von der Größe (große Hunde fressen nun mal mehr, es gibt auch Impfungen, die sich nach Gewicht berechnen) und andere Kosten sind einfach nur vom eigenen Geschmack abhängig. Es gibt Hundedecken für 10 Euro, die groß genug für den größten Hund der Welt wären, man kann aber auch für ziemlich kleine Hundebetten mehrere hunderte Euro ausgeben.

Was man nicht tun sollte ist die Kosten für den Hund zu knapp zu kalkulieren.

Schon eine recht simple Futtermittelallergie kann dafür sorgen, dass man eben nicht für 10 Euro Hundefutter im Monat kauft – sondern für 50 Euro. Und alles nur, damit kein Reis drin ist (Beispiel).

Weitere Kosten sind übrigens Haftpflichtversicherung für den Hund (sollte man wirklich haben, in einigen Bundesländern sogar Pflicht) und dann gibts ja noch die gute alte Hundesteuer – die regional ebenfalls unterschiedlich ist.

Unser Labrador, 9 Jahre, HD geplagt kostete:

  • 120 Euro Hundesteuer pro Jahr.
  • 240 Euro Entwurmung, Impfungen etc., keine großartigen Sachen beim Tierarzt.
  • 50 Euro Antizeckenzeug pro Jahr.
  • 50 Euro hochwertiges Futter pro Monat
  • 50 Euro Cosequin wegen seiner Gelenke
  • später noch 50 Euro für ein Depot-Schmerzmittel.

Zu den ca. 50 Euro pro Monat Tierarzt, Hundesteuer, Entwurmung, mal einen Ball, neue Decke und dies und jenes kamen also noch bei fortgeschrittener HD 150 Euro für Futter, Schmerzmittel und Gelenkschmierstoff!! Ich hatte aber auch schon einen Hund, der hat selbst mit 10 Jahren nur seine 20 Euro für Futter, Spielzeug, Snacks, kleine Rücklagen im Monat gebraucht.

Man weiß es eben vorher nicht!