Wildkatzen

Die Wildkatze (Felis silvestris) gehört wie die Hauskatze zur Familie der Katzen. Sogar in Europa, aber auch in Afrika, Westasien, Zentralasien und Indien, gibt es zahlreiche Unterarten der Wildkatze. Zu den Wildkatzen gehört auch die Falbkatze (eine afrikanische Wildkatzenart), die eng mit der Hauskatze verwandt ist. Im Regelfall sind Waldkatzen robuster gebaut als Hauskatzen.

Verbreitung Wildkatzen

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Wildkatze erstreckt sich von Schottland und Westeuropa über Mittel- und Osteuropa bis Zentralasien und den Westen Indiens. Darüber hinaus bewohnt sie große Teile Afrikas mit Ausnahme der zentralafrikanischen tropischen Regenwaldgebiete. Auch in Amerika gibt es wilde Katzenarten, zum Beispiel den Ozelot. Allerdings gehört dieser nicht zur Felis silvestris (auch Altwelt-Wildkatzen), sondern zur Gattung der Pardelkatzen (Leopardus). Beide dieser Gattungen gehören zu der Unterfamilie der Kleinkatzen.

Meist leben Wildkatzen in Wäldern und an Orten, die wenig besiedelt sind und möglichst weit von städtischen Zentren entfernt. Sie bevorzugt dichtes Unterholz und Büsche, da ihr das ausreichend Deckung gibt.

Die Wildkatze selber wird in drei Variationen unterteilt:

  • Waldkatze (Europäische Wildkatze). Sie fällt durch ihren buschigen Schwanz auf. Häufig finden sich am Schwanzende auch drei schwarze Kringel. Die Waldkatze hat ein dichtes Fell.
  • Falbkatze (Afrikanische Wildkatze).
  • Steppenkatze (Asiatische Wildkatze).

Natürliche Feinde der Wildkatze

Zu den natürlichen Feinden der Wildkatze gehören Luchs und Wolf. Jungtieren werden vorallem Raubvögel wie Uhu, Seeadler, Steinadler und Habicht zum Verhängnis. Die Wildkatze steht in Deutschland unter Naturschutz. Allerdings macht dieser Katzenart natürlich die Zerstückelung ihres Lebensraums zu schaffen. Nachdem die Wildkatze in Deutschland in weiten Teilen auch als ausgestorben galt, siedelt sie sich wieder hier an. So meldete der Naturschutzverband BUND im Jahr 2019, dass die Wildkatze nun wieder im Saarland zu finden sei.

Verhalten

Als Beispiel sei hier die Eurasische Wildkatze aufgeführt. Diese gilt als Einzelgänger, deren Territorium ca. zwei Quadratkilometer groß ist. Sie ist vor allem nachts unterwegs. Sie gilt als sehr aggressiv, meidet dabei Menschen. Während der Paarungszeit kommen Kater dieser Katzenart aber durchaus auch in die Nähe von Siedlungen. Diese Katzen gehen vorzugsweise in der Dämmerung und in der Nacht auf die Jagd. Auf dem Speiseplan stehen kleine Nagetiere und andere Kleinsäuger, dazu noch wirbellose Tiere, einige Reptilien, Vögel und Amphibien.

Fortpflanzung von Wildkatzen

Wildkatzen pflanzen sich im Februar und März fort. Geboren werden die Jungtiere dann meist im April bzw. Mai, aufgezogen in Felsspalten oder verlassenen Höhlen. Die Wildkatze ist polygam. Die Trächtigkeit dauert 63 bis 69 Tage. Der Wurf, der einzige im Jahr, umfasst dann ein bis acht Wildkatzen Kitten, im Schnitt sind es drei oder vier. Meist wiegen die Kitten bei ihrer Geburt 200 Gramm, ihre Augen öffnen sie nach 10 bis 12 Tagen. Mit drei oder vier Monaten werden sie dann unabhängig, jagen dann aber noch eine Zeitlang mit der Mutter. Ihre Geschlechtsreife erreichen Wildkatzen mit etwa zehn Monaten.

Lebenserwartung

In Freiheit werden Wildkatzen zwischen sechs und zwölf Jahre alt.

 

Wildkatzen als Haustiere

Eine Wildkatze sollte man nicht als Haustiere halten, das wird ihnen einfach nicht artgerecht. Es kommt aber wohl vor, dass sich Wildkatzen mit wilden Hauskatzen paaren.

Wer etwas ganz Besonderes möchte und mit einer normalen Hauskatze nicht zufrieden zu stellen ist, hat inzwischen leider auch eine recht große Auswahl an Hybriden aus Wildkatze und Hauskatze. So werden recht kleine Wildkatzenarten wie Serval oder Karakal mit Hauskatzen gepaart und heraus kommt ein Hybrid, der meist eben deutlich größer ist und noch sehr viel von seinem wilden Erbe mit sich herumträgt. Meist wird aus dieser Kreuzung dann weiter gezüchtet und das Produkt domestiziert. So entstand auch die Bengal-Katze.  Ein anderer Fall ist die Savannah-Katze. Hierfür wurde in den 1980 eine Serval, eine Wildkatzenart aus Afrika mit einer Siamkatze verpaart. Seit den 1990er Jahren gibt es in den USA damit auch eine neue Katzenrasse. Der nächste Trend war dann die Krakal (Wildkatze aus Afroasien, auch als Wüstenluchs bezeichnet) mit einer Abessinierkatze zu paaren. Die Caracat erfreute sich, fast möchte man sagen, leider auch recht großer Beliebtheit.

Über die Probleme vn Wildkatzen im Wohnzimmer schreibt auch das Magazin Mein Haustier aus Österreich: https://www.magazinmeinhaustier.at/wildkatzen-im-wohnzimmer/

Aus Tierschutzsicht ist aus solchen Verpaarungen auch abzuraten.

 

Derzeit leben auf der Erde 37 Katzenarten. Wissenschaftler teilen diese Katzenarten in 13 Gattungen auf.